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Das Buch
verknüpft drei Themenkreise:
a)
den Lebensraum des Braunbärs im neuen Bärengraben
b) die wiederauflebende Tradition der Berner Fasnacht
c) die Geschichte der Stadt Bern
a) Der Lebensraum des
Braunbärs im neuen Bärengraben
Braunbären sind bei der Geburt im Dezember/Januar blind, nur meerschweinchen-gross.
In Gefangenschaft halten sie keinen Winterschlaf mehr, aber ihre Aktivität
nimmt ab. Eine
artgerechte Bärenhaltung ist in Gefangenschaft gar nicht möglich.
Als Minimalforderung (laut Studie von Alain Lavanchy und Schweizer Tierschutz) sollte vorhanden sein:
eine Mindestfläche von 1100 m2 (renovierter Bärengraben im Jahr
2000 = 600 m2) bis 2009 wird er vergrössert zum Bärenpark auf 10'000m2 mit Aarezugang!)
Natürlicher weicher Boden mit Grasbewuchs
Klettergelegenheit
Grosse Wasseranlage
Rückzugsmöglichkeit (Höhle)
Angepasste Fütterung (saisonal, Futter suchen lassen
usw.)
Grosse, trockene Stallungen mit Einstreu
b) Die Tradition der
Berner Fasnacht
Die Berner Fasnacht ist weder
ein Importprodukt noch eine Kopie. Ihre Anfänge gehen aufs 15. Jahrhundert
zurück. Damals müssen sich Handwerksgesellen zusammen mit Spielleuten
verkleidet haben. Jedenfalls schritt die Obrigkeit mit Verboten ein. Perioden
mit strenger Unterdrückung der Narretei und relativer Toleranz wechselten
ab über die Jahrhunderte. Häufig
wurden theatralische Darbietungen durchgeführt mit Figuren wie dem Bär,
dem Eseldoktor, dem Chudermann, dem Hirsenarren.
1523 wurde die Fasnacht nach den satyrischen Inszenierungen
des Malers und Dichters Niklaus Manuel kurzerhand von der Regierung verboten.
Der Karnevalsrummel konnte zwar von den «gnädigen
Herren» nie gänzlich gebodigt werden. Auch in der ersten Hälfte
dieses Jahrhunderts wurde eine Art Karneval gefeiert, z.B. im Kornhauskeller
wo der Gugga-Ratscha-Maskenball stattfindet.
Aber
die neue Berner Fasnacht wurde erst 1982 eingeführt.
Musikalisch dominiert hier das Saxophon. Die drei närrischsten Tage, die
mit der Bärenbefreiung am Donnerstag nach Aschermittwoch beginnen und mit
dem Monsterkonzert auf dem Bundesplatz enden, haben sich aussergewöhlich
rasch zu einer der frechsten und modernsten Fasnachtsfeten der Schweiz entwickelt..
Ein wichtiges kulturelles Ereignis für Stadt und Land;
und auch ein Bindeglied zwischen Obrigkeit und Volk. Ein Ventil für alle,
die einmal verkehrte Welt spielen wollen, aus ihrer Haut fahren und in einen fremden
(Bären-)Pelz schlüpfen.
c) Die Geschichte der
Stadt Bern
Der Sage nach sollen
die
Gründerväter 1191 die Stadt nach dem ersten Tier, das erlegt wurde,
benannt haben: einem Bär.
Nachdem man später entlang der Stadtmauern Hirsche ansiedelte, entstand im
15. Jhd. eine «Bärengrube» bei Käfigturm.
1764
wurden die Bären in die zweite Anlage am Bollwerk umgesiedelt, 1825 mehr
gegen die Schanze verlegt, weil ein Zuchthaus am alten Standort gebaut wurde.
1798 mit dem Untergang des Alten Bern wurden die Bären
nach Paris entführt.
1853 beschaffte man sich
zur Jahrhundertfeier des Eintritts Berns in den Bund zwei Bärenpaare.
1857 wurde der jetzige Standort bezogen, 1925 der hintere Graben angefügt
und 1996 der etwas artgerechtere Umbau abgeschlossen.
d) Was wir mit der Geschichte
von «Zottellotte & Mutzenurs» bewirken möchten:
Wir
haben in unserem Bilderbuch versucht, die historische Herkunft des Bärs als
Wappentier der Stadt einzubringen, das Leben der Bären möglichst artgerecht
wiederzugeben und zu verbinden mit der Atmosphäre der Berner Fasnacht.
Traditionelle Fasnachtsgestalten (Riese Botti, Stadtgespenst) haben wir vermischt
mit eigenen Kreationen (De-Meuron-Damen, Giesskannen).
Sehr viele wichtige Informationen
zu diesem Buch steuerten Herrn Martin Vatter (Verein Bärner Fasnacht), Alain
Lavanchy (Bärenforscher) und die Bärenwärter bei. Danke!
Auch
Jimmy-Flitz, die «chlyni frächi Muus
vom Münsterspitz» spielt eine wichtige Rolle, hier wie im Kinderbilderbuch
vom Münsterturm und in der Güschisaga
. Jimmy-Flitz gibt zum Schluss unseres Buchs Anleitungen
zum Kostüm-Schneidern.
Das Bärenfasnachtslied,
speziell für Zottellotte & Mutzenurs komponiert und die zweiseitige Bärenmasken
als Buch-Beilage, sollen allen Eltern ermögliche, ihre Kleinen auf die närrischste
Zeit des Jahr vorzubereiten und das Fasnachtsfeuer in dieser schönen Stadt
noch stärker zu entfachen und nie mehr ausgehen zu lassen!
Brigit Herrmann &
Roland Zoss,
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